Arbeitsplatz ade
Deutschland ist nicht nur Weltmeister beim Export von Waren und Handelsgütern, sondern auch beim Stellenabbau & Produktionsverlagerung
Diese Entwicklung bedeutet jedoch keinen unaufhaltsamen Abwärtstrend für Deutschlands Wirtschaft, sondern lediglich eine langfristige Umstrukturierung ihres Arbeitsmarktes. Deutschland entwickelt sich weg von einem hohen Anteil an Industriearbeitsplätzen. Das geschieht schneller als in anderen Ländern, weil gleichzeitig viele deutsche Unternehmen ihre Produktion ins Ausland verlegt haben oder dies noch tun werden. Bis 2020 gehen so nach Schätzungen ibis zu einer Million Arbeitsplätze verloren. Der Großteil davon im verarbeitenden Gewerbe. Der Anteil der Beschäftigten in diesem Sektor wird von mehr als 20 Prozent im Jahr 2000 auf gut 15 Prozent im Jahr 2020 fallen, prognostizieren die Wissenschaftler des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, dem Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit.
Gewinner Dienstleistungssektor
Während Landwirtschaft und Industrie verlieren werden, steigt laut diesem Modell der Beschäftigungsanteil der Dienstleistungsbranchen. Im Jahr 2000 stellten unternehmensbezogene und andere Dienstleistungen knapp ein Drittel der Arbeitsplätze, im Jahr 2020 schon sollen 45 Prozent der Beschäftigten in diesem Bereich tätig sein. Im Vergleich zu anderen Ländern gebe es in Deutschland allerdings noch zu wenige neue Stellen in diesem Sektor, sagte Werding. Das liege zum einen daran, dass Deutschland traditionell auf industrielle Produktion spezialisiert gewesen sei und zum anderen auch später als andere Länder mit der Umstrukturierung begonnen habe. Großbritannien habe beispielsweise schon Jahre zuvor auf den Finanzdienstleistungsmarkt gesetzt. Dienstleistungen könnten nach Meinung des Arbeitsmarktexperten der Schlüssel sein, mit dem die Arbeitslosenzahlen reduziert werden können. Dies gelte vor allem für gering Qualifizierte, die den Großteil der Arbeitssuchenden ausmachen.
Langfristig können in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Kultur und Gesundheit viele neue Arbeitsplätze entstehen. Perspektiven dafür bietet unter anderem die demografische Entwicklung. Wenn es mehr ältere Menschen gibt, steigt u.a. der Bedarf an medizinischer Betreuung. Derzeit werden die Pflegekräfte allerdings trotz hoher Anforderungen schlecht bezahlt, was indirekt Arbeitskräfte aus dem Ausland anzieht und die Schattenwirtschaft begünstigt.
Von der Industrie- zur Wissensgesellschaft
Die Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts wird von massiven Strukturveränderungen geprägt. Unsere Wirtschaft hat, von vielen immer noch unbemerkt, den Wandel von der Industrie- zur Informations- und Wissensgesellschaft längst vollzogen. Arbeitsplatzsicherheit existiert selbst in einstigen Vorzeigebranchen nicht mehr. Sicher ist eigentlich nur noch, dass so gut wie nichts mehr sicher ist! Wir alle stehen damit vor neuen und in dieser Härte bisher nicht gekannten Herausforderungen. Für neue Perspektiven bedarf es daher neuer Techniken, Strategien und Methoden um zukünftig nicht zu den Verlierern zu zählen ...
Dabei ist sind Erfolg und persönliche Lebensqualität sehr viel weniger von akademischen Kenntnissen, als vielmehr von sogenanntem » profundem Wissen abhängig. Oder wie der Vorstandvorsitzende der Deutschen Bank, Herr Ackermann das so schön formuliert hat:
“Wer sich nicht darauf einstellt, wie die Welt funktioniert, wird niemals erfolgreich sein.“