Klopf Dich frei

Die Emotional Freedom Techniques (EFT)

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EFT steht als Kürzel für Emotional Freedom Techniques (deutsch Technik(en) der Emotionalen Freiheit). Sie wird vielfach auch als Klopfakupressur bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine hochwirksame Methode der Psychotherapie, welche Elemente aus der Meridianlehre/Akupressur, der Hypnose, des EMDR, des NLP und anderen Methoden vereint. Das prinzipielle Vorgehen dabei ist: Du fokussierst dich auf eine belastende Emotion während Du deinen Körper auf unterschiedliche Art und Weise stimulierst: Du klopfst auf Akupunkturpunkte an deinem Körper, sprichst Selbstaffirmationssätze aus, bewegst die Augen, summst und zählst. Durch diese multisensorische Aktivierung schwächt sich (d)eine emotionale Belastung meist sehr schnell ab oder löst sich sogar ganz auf.

Warum EFT funktioniert
Die außerordentlich gute Wirksamkeit dieser mitunter für ein therapeutisches Verfahren leicht seltsam anmutenden Methode ist durch hochqualitative Forschung und Universitätsstudien sehr gut belegt. Trotzdem herrscht bislang keine völlige Einigkeit, weshalb EFT funktioniert. Es werden unter anderem folgende Wirkhypothesen diskutiert:

Energetische Wirkhypothese: Dies ist die älteste Erklärung des Wirkmechanismus von EFT und beruht auf der jahrtausendealten Lehre von Meridianen und Akupunkturpunkten. Dabei wird davon ausgegangen, dass einer belastenden Emotion eine Blockade im Energiesystem des Patienten zu Grunde liegt und dass diese durch Klopfen auf Akupunkturpunkte aufgelöst werden kann.
Neurobiologisches Wirkprinzip: Einem belastenden Gefühl bezüglich eines Gedankens entspricht ein ganz bestimmter neuronaler Zustand im Gehirn. Gleichzeitig werden im EFT jedoch durch Klopfen, Summen, Sprechen, Zählen, Augenbewegungen etc. ganz unterschiedliche Gehirnareale aktiviert. Dies könnte eine neuronale Verstörung dieses Gefühls bewirken, das Gehirn wird sozusagen beim Produzieren dieses Gefühls “durcheinander gebracht”,
Biochemisches Wirkprinzip: 70% der Akupunkturpunkte weisen eine erhöhte Anzahl von kleinen Hautnerven auf. Das Klopfen dieser sensitiven Areale könnte zu einer Ausschüttung von Endorphinen und Serotonin im Gehirn führen, was das emotionale Erleben verändert. Wenn dies während des Fokussierens auf eine belastende Situation geschieht, dann verändert sich auch der mit der Situation verknüpfte emotionale Zustand.

Wichtige Anwendungsgebiete
Anwendungsgebiete von EFT sind prinzipiell alle psychischen Probleme, in welchen Emotionen eine Rolle spielen. Denn genau hier setzt EFT an!

Mit ganz besonders großem Erfolg wird EFT angewandt bei Ängsten, Phobien und Panikattacken,Traumata und belastenden Lebensereignissen: Selbst massive und schon lange andauernde Ängste lösen sich manchmal innerhalb weniger Sitzungen komplett auf! Ebenfalls ist es schwer eine andere Methode der Traumatherapie zu finden, mit der Traumata so schnell und gründlich emotional neutralisiert werden können wie mit EFT! Raucherentwöhnung: EFT ist eine sehr mächtige Hilfe, um frei vom Rauchen zu werden, da sich mit Hilfe von EFT das akute Rauchbedürfnis auflösen lässt. So können Entzugssymptome minimiert oder häufig sogar ganz vermieden werden.

EFT ist ganz einfach zu lernen! In der folgenden KurzAnleitung für EFT erkläre ich Dir die grundlegende Vorgehensweise, mit der Du viele Probleme selbst behandeln kannst. Bitte bearbeite dich emotional stark berührende Themen besser in Begleitung eines erfahrenen EFT-Therapeuten!

EFT Kurzanleitung

Die Klopfpunkte
Schauen wir uns zuerst einmal die Punkte im Detail an:

(1) Innerer Rand der Augenbraue
(2) Knochen neben dem Auge
(3) Knochen unter dem Auge
(4) Unter der Nase
(5) In der Falte unter den Lippen
(6) Unter dem Schlüsselbein
(7) Unter dem Arm
(8) Daumennagel innen
(9) Nagel Zeigefinger (innen)
(10) Nagel Mittelfinger (innen)
(11) Nagel kleiner Finger (innen)
(12) Handkante
(13) Gamut-Punkt: Handrücken, zwischen dem Knochen des kleinen und des Ringfingers

1. Schritt: Suche nach einem konkreten Problem
Du kannst EFT prinzipiell für und auf alles anwenden, was bei Dir zu belastenden Emotionen führt. Solche Emotionen können sein: Wut, Angst, Trauer, Verachtung, Hass, Leid, Ekel, Schmerz, Scham, Schuldgefühl, Mitleid, Neid oder Enttäuschung.

Mit EFT kannst Du also beispielsweise folgende Themen bearbeiten:

Eine konkrete Situation der Vergangenheit, die Dich immer noch belastet.
Eine belastende Emotion, die Du jetzt gerade spürst.
Eine Horrorvorstellung oder einen Horrorgedanken.
Ein in der Zukunft liegendes Ereignis, vor dem Du dich fürchtest.

Falls Du dir eine Situation aus der Vergangenheit auswählst, dann entscheide dich bitte für eine ganz spezifische Situation. Es ist zum Beispiel keine spezifische Situation, wenn Du “Mein Vater hat mich geschlagen!” klopfst. Korrekt wäre: “Mein Vater hat mich im Keller verprügelt, als ich 8 Jahre als war und ich das Wasser ausgeschüttet habe!”.

2. Schritt: Was spürst Du dabei genau?
Wenn Du dir eine belastende Situation der Vergangenheit oder Gegenwart ausgesucht hast, dann spür einmal in dich hinein: Was spürst Du dabei genau? Welche Emotionen kommen in dir hoch, wenn Du daran denkst? Such dir diejenige Emotion aus, die dich am stärksten belastet!
3. Schritt: Skalierung
Stell dir vor, es gäbe eine Skala zwischen 0 und 10, bei welcher 0 bedeutet, dass Du überhaupt keine Belastung spürst und 10 die größtmögliche Belastung darstellt. Wie stark spürst Du die im letzten Schritt ausgewählte Emotion? Bitte notiere für diese Emotion eine Zahl zwischen 0 und 10!
4. Schritt: Einstimmung
Spür in dich hinein und nimm die gewählte Emotion deutlich wahr! Während Du dann den Handkanten-Punkt klopfst (Punkt 12), sage dir drei Mal laut und mit Nachdruck:
“Auch wenn ich [Emotion] spüre, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin!”
5. Schritt: Klopfen
Während Du dich auf die Emotion konzentrierst, klopf die Punkte 1 bis 12 der Reihe nach durch. Sag bei jedem Punkt einmal laut: “Meine [Emotion]”.
Klopf jeden Punkt ca. 5-10 Mal. Auf welcher Körperseite Du klopfst ist dabei völlig unerheblich!
Danach atme einmal tief durch!

6. Schritt: 9-Gammut-Folge
Dieser Schritt ist wichtig, um verschiedene Gehirnareale zu aktivieren und auszubalancieren. Du musst während dessen nicht an dein Problem denken!

Für diesen Schritt halte den Kopf gerade, leg deine Hand bequem auf dem Oberschenkel ab und klopf mit der anderen Hand den Gamut-Punkt. Während Du diesen Punkt klopfst (und den Kopf still hältst), mach Folgendes:
Schliess deine Augen
Öffne deine Augen
Schau nach unten links
Schau nach unten rechts
Bewege deine Augen in einem großen Kreis in eine Richtung
Bewege deine Augen in einem großen Kreis in die andere Richtung
Summe ein paar Takte eines Liedes
Zähl von 10 bis 5
Summ ein paar Takte eines Liedes
7. Schritt: Klopfen
Klopf wieder für die ausgewählte Emotion, genau wie in Schritt fünf!
Atme danach tief durch!
8. Schritt: Neuer Durchgang
Denk wieder an die Situation und bewerte, wie stark Du jetzt diese Emotion auf der Skala von 0 bis 10 spürst. Es dürfte in aller Regel weniger sein als zu Beginn! Wenn die Intensität der Emotion noch größer als 0 ist, dann klopf wieder auf den Handkantenpunkt und sag währenddessen drei Mal laut und mit Nachdruck:
“Auch wenn ich immer noch [Emotion] spüre, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin!”
Klopf die Punkte 1-12, während Du dich auf die Emotion konzentrierst und bei jedem Punkt laut sagst: “Immer noch [Emotion]”
Wiederhol Schritt 8 so lange, bis die Emotion auf 0 ist.
9. Schritt: Folge-Emotionen bearbeiten
Wenn eine Emotion im Zuge des Klopfens weniger wird oder ganz verschwindet, drängen sich oft andere Emotionen in der Vordergrund oder tauchen jetzt erst auf.
Wiederhol die Schritt 2 bis 9 für jede andere belastende Emotion so lange, bis Du keine Belastung mehr zu dem Thema spürst!
Wichtig: Du handelst immer auf eigene Verantwortung! Diese Anleitung ist lediglich ein Vorschlag zur Selbstbehandlung. Gerade wenn Du an einer für Dich sehr belastenden oder traumatischen Situation aus deiner Vergangenheit arbeitest, können dabei extrem starke Emotionen auftreten. In diesem Falle solltest Du Dich einem erfahrenen EFT-Therapeuten anvertrauen.