Du musst ja ganz schön unzufrieden sein…

Vom Unterschied zwischen Zufriedenheit und Glück

Kennst Du das unbewusste übergeordnete Ziel, dass Menschen durch all ihr wie auch immer geartetes Streben nach Macht, Erfolg, Anerkennung oder Bedeutung wirklich verfolgen? Es ist relativ banal: Sie wollen schlicht und ergreifend auf Ihre ganz persönliche Art und Weise glücklich sein. Gegen das Streben nach Glück ist auch grundsätzlich nichts einzuwenden. Auch wenn die Wege, die manch einer hierbei beschreitet nicht nur unergründlich, sondern eher hölzern sind. Allerdings handelt es sich bei der weit verbreiteten Annahme, dass Glück und Zufriedenheit miteinander einhergehen um einen gewaltigen Irrtum.
Um dir dazu etwas zu sagen:

Zufrieden bedeutet nicht glücklich zu sein

Klingt zunächst etwas unglaublich dieser Satz, aber Du wirst schon bald verstehen, was ich damit meine.
„Ich bin zufrieden“ antwortet Dir dein Freund oder Kollege auf deine Frage, wie es ihm geht. Und soll ich dir sagen, was er damit wirklich zum Ausdruck bringt? Eines mit Sicherheit nicht: Dass er ein wirklich erfülltes Leben führt. Nein, das tut er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht. Sein Leben ist in der Regel eher gekennzeichnet von Vertrautem, Routine, Mittelmäßigkeit und einem Fehlen, bzw. dem Ausweichen vor besonderen Herausforderungen. Seine Zufriedenheit ist das Eingeständnis, nichts anderes zu kennen und auch nichts anderes kennenlernen zu wollen. Letzteres ist das Schlimmste daran. Dieser Mensch ist bildlich gesprochen vergleichbar mit einem Bonsaibäumchen, dessen Größenwachstum abgeschlossen ist.
Warum sollte er sich denn überhaupt anstrengen? Alles ist doch gut so wie es ist. Er ist zufrieden mit sich und seiner kleinen Welt. Er hat sozusagen Frieden mit der gegenwärtigen Situation geschlossen. Er will im Kern gar nichts anderes. Das Schlimme daran ist: er gibt sich immer öfter mit immer weniger zufrieden. Er lebt nicht in seiner kleinen, sondern in seiner beschränkten Welt. Warum sollte er irgendetwas zum Besseren verändern wollen, sich selbst fordern oder unnötigen Anforderungen stellen? Pure Zeitverschwendung. Ziele geben ihm ja andere vor und wenn er deren Anforderungen und Ansprüchen nur halbwegs gerecht wird, sind ja auch schon alle zufrieden. Er ist damit zufrieden, dass alles so bleibt, wie es ist. Er führt ein durchschnittliches Leben und gehört zur Kategorie Mensch, die die BeeGees so schön in ihrem Song „ordinary lives“ besingen. Seine Zufriedenheit ist vornehmlich sicherheitsorientiert. Er liebt das Vertraute und hat Angst vor Veränderungen. Seine Zufriedenheit ist wachstumshemmend und entwickungsblockierend. Sie ist gekennzeichnet durch Passivität, Gleichgültigkeit und damit gelebte innere Kapitulation. Damit ist sie hochgradig gefährlich.

Unzufriedenheit kann auch positiv sein

Mit dem Missverständnis, dass Unzufriedenheit etwas grundsätzlich Negatives ist Will ich an dieser Stelle deshalb endlich aufräumen. Das genaue Gegenteil ist nämlich der Fall. Unzufriedenheit steht deinem Glück nicht im Weg, sondern ist ein wesentlicher Teil des Weges.
Von frühester Kindheit an wurde den meisten von uns eingetrichtert, zufrieden zu sein. Zufriedenheit gilt daher für die breite Masse (oder sollte ich sie besser Heidschnuckenherde nennen?) nach wie vor als Synonym eines glücklichen Lebens. Nun ja…
Dieser Glaube ist ungefähr so wahr, wie der, dass Menschen umso gläubiger sind, je öfter sie in die Kirche gehen.
Diese Ansicht, oder nennen wir sie besser Mythos beruht einfach auf einem fatalen Missverständnis.
Nämlich dem, dass Unzufriedenheit zwangsläufig Ausdrucksform der Undankbarkeit und eines unerfüllten Lebens ist. Das aber nur das klassisch-traditionelle Verständnis der negativen Unzufriedenheit.

Positive Unzufriedenheit macht den Unterschied

Die vielen nicht bekannte Tatsache ist, dass es auch eine positive, nämlich konstruktive Unzufriedenheit gibt.
Lass uns mal den Unterschied zwischen den beiden anschauen: Negative Unzufriedenheit hindert dich daran, Dich persönlich weiterzuentwickeln und im Leben voranzukommen. Sie ist gekennzeichnet dadurch, dass Menschen sich unentwegt beschweren und über den gegenwärtigen Zustand jammern. Doch niemals werden sie ernsthaft auch nur einen Versuch zu unternehmen etwas daran zu ändern. In einem Satz zusammengefasst : Negative oder auch destruktive Unzufriedenheit macht dir das Leben unnötig schwer und hält dich davon ab, dein wahres Potential zu leben. Die verlässlichste Kennzeichen dieser destruktiven und negativen Form der Unzufriedenheit sind Undankbarkeit, Neid und Missgunst.

Anleitung zu konstruktiver Unzufriedenheit

Konstruktive Unzufriedenheit dagegen ist etwas völlig anderes. Gerne darfst Du diesen Begriff auch durch Begeisterung ersetzen. Denn genau das beschreibt sie sehr viel treffender. An die Stelle von (Selbst)Zufriedenheit, Langeweile und Gleichgültigkeit treten aufrichtiges Interesse, Ideenreichtum und Kreativität. Du beschäftigst dich mit Chancen, entdeckst und entwickelst deine Talente, erweiterst deinen Horizont und verschiebst deine Grenzen und folgst deinem Ruf. Dass Du konstruktiv unzufrieden bist ist absolut positiv, weil es Dir als innerlicher Antrieb dient, dich verbessern zu wollen, Dich mit dem gegenwärtigen Status Quo nicht zufrieden geben zu wollen. Du bist daran interessiert, besser zu werden, mehr über dich und das Leben zu erfahren. Du leistest deinen Beitrag im Rahmen deiner individuellen Möglichkeiten um diese Welt ein klein wenig lebens- und liebenswerter zu machen. Auch Du kannst auf deine Art und Weise dazu beitragen, andere Menschen zu inspirieren und das Beste in Ihnen zum Vorschein bringen.

Deine konstruktive Unzufriedenheit ist ein wichtiger Indikator für dich herauszufinden, wo es zwickt, wo es noch nicht ganz passt und wo sich Dir noch Entwicklungschancen bieten. Dein Selbstbild stimmt an dieser Stelle mit deinem Selbstideal noch nicht überein. Das ist gut. Es darf dich aber keinesfalls dazu bringen, dir mit der nötigen Selbstachtung, Selbstrespekt und Selbstachtung zu begegnen.

Das ganze Leben ist Veränderung. Und Du bist ein Teil davon. Alles ist immer in Bewegung. Erfolgreich und glücklich zu leben heißt den Stürmen des Lebens gewachsen zu sein, weil Du selbst in Dir ruhst. Du selbst bist im Auge des Taifuns. Dort ist es ganz ruhig.

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir alle eine Aufgabe zu erfüllen haben. Deine Aufgabe zu erkennen und deinem Ruf zu folgen ist ein einschneidendes Ereignis in deinem Leben. Deine Wünsche, Träume, Ideale und Sehnsüchte kommen immer wieder zum Vorschein, um dir den rechten Weg zu weisen. Wenn Du zufrieden bist, bist Du vielleicht ein Zombie, also eine lebende Leiche, aber deshalb nicht glücklich.

Konstruktive Unzufriedenheit bringt dich auf deinem persönlichen Weg weiter, denn sie hilft dir, Dir darüber klar zu werden, was deine wirkliche Bestimmung ist.
Deshalb:
Beginne
Geh einfach los
Nimm Umwege in Kauf
Leb mit dem Risiko dich auf dem Weg auch mal zu verlaufen
Sammle wertvolle Erfahrungen
Mach Fehler und lern aus ihnen
Lerne loszulassen
Fang neu an
Fall hin
Steh wieder auf
Geh weiter deinen Weg
Begleite andere ein Stück weit auf ihrem Weg
Zeig ihnen die schönsten, aber auch die steinigen Wege
Komm in Dir SELBST an!

Zusammenfassend:
Konstruktive Unzufriedenheit ist gut und für persönliche Potentialentfaltung auch wichtig. Glücklich und unzufrieden zu sein- Ja, das geht! Du kannst glücklich und trotzdem unzufrieden sein. Denn sobald du weißt, was es ist, das Dich antreibt und Du vom Reden zum Handeln kommst, nimmt dein Selbstwertgefühl dramatisch zu. Das ist sehr wichtig auf dem Weg zu deinen Träumen und Idealen. Ob Du willens und bereit bist für deine ganz persönliche Heldenreise kannst Du hier erfahren. Bleib auf deinem Weg immer achtsam und dankbar. Dankbarkeit ist eine, wenn nicht sogar die wesentliche Tugend des Glücks.