Viktor Frankl und die Sinnfrage

Begründer der Logotherapie Viktor Frankl

Macht das alles einen Sinn?

Einsichten und Zitate von Viktor Frankl, die Dich auf deinem Weg der Sinnfindung und Erfüllung unterstützen

Viktor Frankl ist ein 1997 verstorbener Holocaust-Überlebender und Vater der sogenannten Dritten Wiener Richtung der Psychotherapie. Die von ihm gegründete Logotherapie und Existenzanalyse sind weltweit bekannt.
Logos, der Sinn oder auch die Sinnsuche ist das zentrale Thema seines Lebenswerks.
Viktor Frankl hat vier Konzentrationslager überlebt und unzählige Mitgefangene, darunter auch seinen eigenen Vater, sterben sehen. Auch seine Mutter, sein Bruder und seine Frau fielen der Tötungsmaschine der Nationalsozialisten zum Opfer.

Durch seine eigene Zeit in der Hölle gewann Frankl intensive Einblick in die menschliche Psyche. Er lernte, warum manche Menschen selbst unter den furchtbarsten Umständen nicht aufgeben, während andere daran zerbrechen. Seine Eindrücke verarbeitete er in dem Buch „… trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager“.

Bereits zu Lebzeiten war Viktor Frankl ein Mythos. Er hatte persönlichen Kontakt, bzw. pflegte Umgang mit so bekannten Persönlichkeiten wie Sigmund Freud und Alfed Adler, Martin Heidegger, Karl Jaspers, Abraham Maslow, Jacob Levy Moreno, Fritz Perls, Karl Rahner, Carl Rogers, Paul Watzlawick, u.v.a. mehr. Als Botschafter der Psychotherapie hielt er Vorlesungen an über 200 Universitäten. Mit seinen Auftritten gelang es ihm sogar Fussballstadien zu füllen.
Elemente seines sinnorientierten Therapieansatzes finden heute Anwendung in Beratungsstellen, in der Sozialarbeit, der Medizin, der Jugendpflege, sowie im seelsorgerischen Bereich und der Hospizarbeit. Jedem, der an den Folgen einer Sinnkrise am Arbeitsplatz leidet, sei die Lektüre seiner Werke zur Inspiration und Impulsgebung dringend empfohlen.

Sein Buch „Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager, das in erster Auflage von 3000 Stück noch einem Ladenhüter war, wurde nach seiner Übersetzung ins Englische (Mans Search for Meaning) und seiner Neuveröffentlichung auf deutsch unter dem Titel „ Trotzdem Ja zum Leben sagen“ zu einem internationalen Erfolg. Es ist mittlerweile in 26 Sprachen übersetzt und wurde allein in den USA fast 10 Millionen Mal verkauft. Die  amerikanische Library of Congress zählt es zu den zehn bedeutendsten Büchern des 20. Jahrhunderts.

Die von Frankl geprägte Dritte Wiener Richtung der Psychotherapie ist sinnzentriert. Er selbst Unterschied die unterschiedlichen Richtungen nach der einfachen Kategorisierung: Freud = Wille zur Lust; Adler = Wille zur Macht; Frankl = Wille zum Sinn. Für Frankl ist die Frage nach dem Sinn keineswegs neurotisch, sondern die Frage des Menschen schlechthin.

Weltweit gibt es heute mehr als 70 anerkannte Institute für Logotherapie und Existenzanalyse. Weltweit arbeiten Therapeuten mit Elementen aus der Logotherapie. Eine ordentliche Professur und ein eigener Lehrstuhl für Logotherapie an der Universität Wien blieben Frankl jedoch verwehrt. Als Wermutstropfen verlieh man ihm dagegen die Ehrenbürgerschaft.
In einer Zeit, in der die Frage nach dem Sinn für mehr und mehr Menschen von Bedeutung wird, sind Frankls Erkenntnisse aktueller denn je. Frankl war überzeugt von der menschlichen Fähigkeit, von sich selbst abzurücken.

Die nicht nur in den USA mittlerweile populäre, sogenannte positive Psychologie nach Seligman ist ganz im Sinne Frankls. Im Gegensatz zur Psychoanalyse wird bei ihr nicht unentwegt in der Vergangenheit gerührt. Es gibt Menschen, denen das bekommt, aber je schwerer sie leiden, desto schmerzhafter ist das Herumgraben in der Vergangenheit für sie zu ertragen. So ließ auch Frankl selbst das Vergangene irgendwann ruhen. Er hat bei öffentlichen Auftritten nicht unentwegt über seine KZ-Vergangenheit gesprochen. Er hat seinen Peinigern vergeben, ohne sie dabei zu vergessen.

Ausgewählte Zitate von Viktor Frankl

Ein kreativer Mensch ist primitiver und kultivierter, destruktiver und konstruktiver, sehr viel verrückter und sehr viel vernünftiger als der Durchschnittsmensch.

Erst die Selbstvergessenheit führt zur Sensitivität, und erst die Selbsthingabe zur Kreativität.

Es ist nicht nötig, Dich deiner Tränen zu schämen. Tränen zeugen davon, dass auch ein Mann großen Mut besitzt, Mut um zu leiden.

Liebe lässt uns der geistigen Person des erotischen Partners in ihrer Wesenswirklichkeit ansichtig werden.

Das Sexuelle ist nicht mehr als der Ausdruck des Liebeslebens und nicht weniger als seine Krönung.

Es gibt keine „unglückliche“ Liebe, kann keine geben; „unglückliche Liebe“ ist ein Widerspruch in sich selbst. Denn entweder ich liebe wirklich – dann muss ich mich bereichert fühlen, unabhängig davon, ob ich Gegenliebe finde oder nicht; oder aber ich liebe nicht eigentlich, ich „meine“ eigentlich nicht die Person eines anderen Menschen, sondern sehe an ihr vorbei nur etwas Körperliches „an“ ihm oder etwa einen (seelischen) Charakterzug, den er „hat“, – dann allerdings mag ich unglücklich sein, dann bin ich aber eben kein Liebender.

Der Mensch ›hat‹ einen Charakter, aber er ›ist‹ eine Person und ›wird‹ eine Persönlichkeit. Indem sich die Person, die einer ›ist‹, mit dem Charakter, den einer ›hat‹, auseinandersetzt, indem sie zu ihm Stellung nimmt, gestaltet sie ihn und sich immer wieder um und ›wird‹ zur Persönlichkeit.

Wahrscheinlich hilft nichts einem Menschen mehr, Schwierigkeiten zu überwinden oder zu ertragen, als das Bewusstsein, eine Aufgabe im Leben zu haben.

„Die letzte der menschlichen Freiheiten besteht in der Wahl der Einstellung zu den Dingen.

Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.

„Es kommt nie und nimmer darauf an, was wir vom Leben zu erwarten haben, viel mehr lediglich darauf: was das Leben von uns erwartet.“

Die Frage ist falsch gestellt, wenn wir nach dem Sinn des Lebens fragen. Das Leben ist es, das Fragen stellt.

Der Wille zum Sinn bestimmt unser Leben! Wer Menschen motivieren will und Leistung fordert, muss Sinnmöglichkeiten bieten.

Die Spielregeln des Lebens verlangen von uns nicht, dass wir um jeden Preis siegen, wohl aber, dass wir den Kampf niemals aufgeben.

Wenn Leben überhaupt einen Sinn hat, muss auch Leiden einen Sinn haben. Es kommt nicht darauf an, was man leidet, sondern wie man es auf sich nimmt.

Wir müssen zwischen Leiden und Verzweifeln unterscheiden. Ein Leiden mag unheilbar sein, aber der Patient verzweifelt erst dann, wenn er im Leiden keinen Sinn mehr sehen kann.

Die letzte der menschlichen Freiheiten besteht in der Wahl der Einstellung zu den Dingen.

Der Mensch handelt nicht nur gemäß dem, was er ist, sondern er wird auch, wie er handelt.

Die letzte der menschlichen Freiheiten besteht in der Wahl der Einstellung zu den Dingen.

Anscheinend verträgt der Mensch auf Dauer die absolute Unbeschwertheit im psychologischen Sinne ebenso wenig wie die absolute Schwerelosigkeit im physikalischen Sinne. Und anscheinend kann er im sinnlosen Raum ebenso wenig wie im luftleeren Raum existieren.

Das Wissen um eine Lebensaufgabe hat einen eminent psychotherapeutischen und psychohygienischen Wert. Wer um einen Sinn seines Lebens weiß, dem verhilft dieses Bewusstsein mehr als alles andere dazu, äußere Schwierigkeiten und innere Beschwerden zu überwinden.

Die Aufgabe wechselt nicht nur von Mensch zu Mensch – entsprechend der Einzigartigkeit jeder Person – sondern auch von Stunde zu Stunde, gemäß der Einmaligkeit jeder Situation.

Die Spielregeln des Lebens verlangen von uns nicht, dass wir um jeden Preis siegen, wohl aber, dass wir den Kampf niemals aufgeben.

Erst der Mut zu sich selbst wird den Menschen seine Angst überwinden lassen.“
„Das Ich wird Ich erst am Du.

Was der Mensch wirklich will, ist letzten Endes nicht das Glücklichsein, sondern ein Grund zum Glücklichsein.

Wer sich der Torschlusspanik hingibt, der vergisst, dass sich neue Tore öffnen, während sich die alten schließen.

Freilich: bloße Verliebtheit macht irgendwie blind; echte Liebe jedoch macht sehend.

Erst der Mut zu sich selbst wird den Menschen seine Angst überwinden lassen.

Das Gefühl kann viel feinfühliger sein als der Verstand scharfsinnig.

…die Melancholie vorüberziehen lassen wie eine Wolke, die zwar die Sonne verdunkeln kann, aber nicht vergessen lässt, dass es trotzdem die Sonne gibt!

Nie kommt es auf eine Technik an, sondern immer nur auf denjenigen, der die Technik handhabt, auf den Geist, in dem sie gehandhabt wird.

Selbst ein Leben, das wir anscheinend vertan haben, lässt sich noch rückwirkend mit Sinn erfüllen, indem wir gerade durch diese Selbsterkenntnis über uns hinauswachsen.