So bleibst Du 100 Jahre jung

Was Du von den Einwohnern Okinawas lernen kannst

Okinawa ist etwas anders als der Rest der Welt.  Nirgendwo sonst auf der Welt werden so viele Menschen so alt wie auf Okinawa. Woran das liegen könnte, beschäftigt Forscher weltweit immer wieder. Natürlich bestehen kausale Zusammenhänge zwischen Ernährung, Lebensweise und Lebensalteraber. So ist  es wahrhaftig erstaunlich, dass selbst 90-jährige hier noch längst nicht zum „alten Eisen“ zählen. Doch nicht  nur, dass die Menschen älter werden, sie bleiben auch sehr viel aktiver als ihre Altersgenossen in den übrigen Teilen der Welt. Bis ins hohe Alter arbeitet man hier auf dem eigenen Feld, fährt Motorrad oder geht irgendeiner körperlichen Arbeit nach. Da verwundert es nicht, dass man auf Okinawa kein Wort für „Ruhestand“ kennt.

Wie beeinflusst die japanische Lebensart das Altern?

Altern in Japan ist anders als im Rest der Welt. Trotz des oft stressigen Alltagslebens werden hier die Menschen oft besonders alt. Mögliche Gründe gibt es viele.Altern in Japan ist anders als im Rest der Welt. Trotz des oft stressigen Alltagslebens werden hier die Menschen oft besonders alt.  – Bild: naka, Fotolia.com

Spitzenreiter unter den Orten mit den Hundertjährigen ist das Dorf Ogimi. Selbst für die Verhältnisse auf Okinawa wohnen hier besonders viele Menschen, die den einhundertsten Geburtstag bereits erlebt haben. Von den insgesamt 1,3 Millionen Menschen auf Okinawa schaffen über 900 den Sprung in die Dreistelligkeit. Und in Ogimi ist rund ein Dutzend Einwohner (von insgesamt 3200) über einhundert Jahre alt. Rund 100 weitere Bewohner sind über 90 Jahre alt, was hier aber keine besondere Aufmerksamkeit erregt.

Die japanische Lebensart unterscheidet sich grundsätzlich von der westlichen, doch während man in den meisten anderen japanischen Landesteilen vom Alltagsleben und einer nicht immer gesunden Ernährungsweise gestresst ist, legt man auf Okinawa besonderen Wert auf eine gute und reichhaltige Ernährung. Dabei kommt es nicht nur auf die Kalorienzufuhr an, sonder auch auf die Nährstoffzufuhr, Ballaststoffe etc. Kein Wunder, dass das traditionelle Essen hier von Obst und Gemüse geprägt ist. Fisch, Fleisch und Eier gehören auch auf den Speiseplan, werden aber seltener genossen. Kohlehydrate und wenig Fett sind hingegen sehr beliebt bei denen, die besonders alt werden. Maß halten ist jedoch ebenfalls ein wichtiges Gebot. Das Motto „hara hachi bu“ trägt dazu bei, dass Übergewicht auf Okinawa eher die Ausnahme ist. Es bedeutet, dass man mit dem Essen aufhört, sobald der Magen zu 80% gefüllt ist. Vor allem aber wird selbst gekocht und man nimmt sich die Zeit dazu – etwas, das den meisten Großstädtern in Japan fehlt. Das gilt auch für die nachwachsenden Generationen auf Okinawa, die nicht in abgelegenen Dörfern wohnen. Fastfood, Mikrowelle und Zeitdruck beim Essen sind dort ebenso normal wie in westlichen Ländern. Deswegen geht wohl auch die Zahl der Hundertjährigen insgesamt langsam zurück.

Alte Menschen in Japan und Okinawa bleiben lange aktiv

Ein Rezept für das Erreichen eines dreistelligen Alters ist die hohe körperliche und geistige Aktivität bis ins Alter. Auf Okinawa ist es beinahe üblich, auch noch mit über 80 Jahren auf den Feldern zu arbeiten.Ein Rezept für das Erreichen eines dreistelligen Alters ist die hohe körperliche und geistige Aktivität bis ins Alter. Auf Okinawa ist es üblich, auch noch mit über 80 Jahren auf den Feldern zu arbeiten. – Bild: sakai2132000, Fotolia.com

Dass Arbeit und körperlicher Stress aber längst nicht immer von Nachteil sein müssen, beweisen die alten Einwohner auf Okinawa, denn sie bleiben bis zuletzt fast immer körperlich und geistig sehr aktiv. Die Altersforschung sieht darin einen wichtigen Aspekt, denn sowohl Körper als auch Geist müssen auf Trab gehalten werden, wenn sie funktionieren sollen. Der schmale Grat zwischen Forderung und Überforderung ist dabei allerdings leicht zu überschreiten. Was für den einen schädlicher Stress im Alltagsleben ist, kann bei der traditionellen japanischen Lebensart schon wieder Vorteile mit sich bringen. Diese Philosophie befolgt man nach Möglichkeit nicht nur auf Okinawa, sondern auch in anderen Landesteilen, wo die Menschen durchaus auch ein respektables Alter erreichen können. Dennoch scheint die gehobene Stellung der Hundertjährigen auf der Insel ein Phänomen zu sein, das sich nicht nur einfach mit dem richtigen Speisezettel erklären lässt. Es ist sicherlich eine Kombination aus Einstellung, Genen, Umwelteinflüssen, Stress, Ernährung und Arbeitsbelastung, die den Ausschlag gibt. Die perfekte Balance zu finden, das ist es, was man auf Okinawa offenbar häufiger schafft als an Orten, wo Zeitmangel und Vernachlässigung der Ernährung diesen Balanceakt schwieriger machen.

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